„Arbeitssicherheit ist nicht verhandelbar“ –

Published on : 14.01.21
  • Warum bei Sodexo ab sofort Maskenpflicht gilt

    Arbeitssicherheit ist nicht verhandelbar

    Deutschland diskutiert über eine Lockerung der geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Klar ist bereits: Die Gesellschaft muss sich mittelfristig auf eine neue Form von Normalität einstellen. Was bedeutet dies für Reinigungskräfte, Küchenhilfen, Köche und Betriebsleiter von Sodexo, die deutschlandweit bei Unternehmen im Einsatz sind? Welche Schutzmaßnahmen müssen in der jetzigen Situation gelten, um Betriebsrestaurants wieder öffnen zu können? Antworten geben zwei Mitglieder des Sodexo-Krisenstabes: Beate Knietsch, Head of HSE Germany und Tobias Henninger, Technischer Direktor Gesundheit und Senioren.

    FRAGE: Herr Henninger, alle Bundesländer haben das Tragen von Masken beim Einkaufen und im ÖPNV zur Pflicht erklärt. Müssen Mitarbeiter von Sodexo auch bei der Arbeit Masken tragen?

    HENNINGER: Ja, das Tragen von Schutzmasken ist nicht nur eine Frage der Sicherheit von Kollegen, Kunden und Gästen, sondern auch ein Zeichen der Höflichkeit. Arbeitssicherheit ist für uns nicht verhandelbar. Aus diesem Grund gilt bei Sodexo die Vorgabe: Masken sind immer dann zu tragen, wenn ein Mindestabstand von 2,0 Metern nicht dauerhaft eingehalten werden kann und überall dort, wo direkter Kontakt mit Kunden und Gästen besteht.

    FRAGE: Masken sind in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit Mangelware. Wo bekommt Sodexo die notwendigen Masken für tausende Mitarbeiter her?

    HENNINGER: Hier stehen wir als Arbeitgeber in der Pflicht. Aktuell statten wir alle Betriebe deutschlandweit mit Schutzmasken aus. Bis zum 29. April verschicken wir insgesamt 50.000 chirurgische Mund-Nasenschutz-Masken an unsere Betriebe. Bis Mitte Mai stellen wir dann auf waschbare Textilmasken um. Die Reinigung übernehmen wir für die Mitarbeiter durch einen Dienstleister. Das ist für unsere Teams vor Ort praktisch, nachhaltig, belässt die Schutzmasken für die Bereiche, die sie dringend benötigen (zum Beispiel Gesundheitswesen, Pharma) und ist auch finanziell sinnvoll. In Zeiten wie diesen zeigt sich die Stärke unseres internationalen Netzwerks: Viele Masken haben wir über von lokalen Sodexo-Teams geprüfte Händler aus China einfliegen lassen und anschließend über unsere eigene Logistik in Deutschland verteilt.

    FRAGE: Ist das Tragen einer Maske in einer Küche oder bei der Reinigung nicht besonders unangenehm, gerade jetzt, wo es wärmer wird?

    HENNINGER: Uns ist bewusst, dass Masken die Arbeit in den Betrieben nicht einfacher machen. Für uns steht jedoch auch fest: In Sachen Schutz und Sicherheit kann es keine Kompromisse geben. Masken sind ein Beitrag zur Verlangsamung der Ausbreitung der Pandemie, die wir nur gemeinsam bewältigen können. Außerdem gilt: im Gesundheitswesen, wo wir unter anderem auch in Isolierstationen Desinfektionsreinigungen vornehmen, tragen unsere Mitarbeiter logischerweise schon immer weit mehr als nur eine Maske, nämlich eine persönliche Schutzausrüstung. Das ist körperlich harte Arbeit. Viele Kollegen leisten aktuell Unglaubliches.

    FRAGE: Frau Knietsch, wie stellt Sodexo über das Tragen von Masken hinaus sicher, dass sich Mitarbeiter, Kunden und Gäste in Betriebsrestaurants wohl fühlen, wenn diese wieder öffnen können?

    KNIETSCH: Hier haben wir als Arbeitgeber und Dienstleister eine große Verantwortung. In mehreren Arbeitsgruppen haben wir detaillierte Konzepte zur Wiedereröffnung von Betrieben erarbeitet mit einem Schwerpunkt auf die Frage, welche Hygienemaßnahmen und allgemeine Arbeitsschutzregeln gelten müssen. Daraus ist ein umfangreicher Leitfaden entstanden, der alle notwendigen Aspekte zum Schutz vor Covid-19 abdeckt. Auch und gerade nach der Lockerung der durch die Bundesregierung verhängten Maßnahmen sind wir aufgefordert, durch geeignete Maßnahmen Mitarbeiter und Kunden vor Ansteckung zu schützen.

    FRAGE: Können Sie ein paar Beispiele für Arbeitsschutzrichtlinien aus dem Leitfaden nennen, die bei Sodexo gelten?

    KNIETSCH: Hier unterscheiden wir zwischen Maßnahmen, die für jeden Mitarbeiter individuell im Alltag wichtig sind und strukturellen Maßnahmen, die wir als Unternehmen umsetzen. Zu ersteren zählen unter anderem Dinge wie das Einhalten eines Mindestabstands von zwei Metern, das Vermeiden von Berührungen, gründliches und regelmäßiges Händewaschen, das Minimieren der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, die Anweisung, bevorzugt Treppen statt Fahrstühle zu nutzen und elektronische statt persönliche Besprechungen. Einige der genannten Punkte sind Grundprinzipien, die unabhängig von Covid-19 gelten, aber jetzt aber umso wichtiger werden...

    FRAGE: …und was verstehen Sie unter strukturellen Maßnahmen?

    KNIETSCH: Dazu gehören zum Beispiel Bodenmarkierungen am Empfang und an den Ausgaben in Cateringbetrieben, die den Mindestabstand aufzeigen, bauliche Maßnahmen, wie ein geeigneter Spuckschutz an den Kassen, entzerrte Sitzplätze im Gästebereich, mindestens eine tägliche Reinigung und Desinfektion aller Oberflächen, die von vielen Menschen berührt werden, kontaktloses Bezahlen, verpacktes Essen ersetzt Buffets, Besteck wird bei Ausgabe vom Personal mit dem Tablett übergeben statt selbst geholt, Vermeidung von Warteschlangen an der Essensaus- und Geschirrrückgabe durch die Erweiterung der Kantinen- und Essensausgabezeiten… – die Liste ist endlos. Grundsätzlich gilt: Alle Maßnahmen werden immer im engen Austausch mit dem jeweiligen Kunden umgesetzt.