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Fünf Fragen an „Future Leader“ Hanna Brungs

„Machen Sie sich stark, wenn Sie homophobe oder transphobe Äußerungen hören!“

Hanna Brungs

Ob schwul, lesbisch, bisexuell oder transident – bei Sodexo muss niemand versuchen anders zu sein als er bzw. sie ist. Vielfalt und Inklusion sind ein zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Ein wesentlicher Faktor für Anerkennung und den Abbau von Vorurteilen ist Sichtbarkeit im Berufsalltag. Die Organisation „Germany’s Top Out Executives“ veröffentlicht jedes Jahr Ranglisten mit den wichtigsten Personen in Unternehmen in Deutschland, die an ihrem Arbeitsplatz offen zu ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität stehen. Hanna Brungs, FM Managerin bei Sodexo, ist auf der Liste der Top 20 Out Future Leaders auf Platz 15.

  1. Warum sind Rankings wie dieses heute noch wichtig? 
    Rankings sind ein hervorragender Indikator dafür, welche Unternehmen sich tatsächlich aktiv für ein inklusives und vorurteilsfreies Arbeitsumfeld einsetzen. Vielfach wird heute auch „Pink Washing“ betrieben. Damit ist der Versuch gemeint, nur an einer entsprechenden Außenwirkung zu arbeiten, ohne tatsächlich etwas an der Unternehmenskultur zu verändern. Rankings wie dieses machen zudem Menschen sichtbar, die sich täglich darum bemühen, für das Thema Vielfalt und Inklusion im Unternehmensumfeld zu sensibilisieren. 
     
  2. Welche Fortschritte hat die Unternehmenswelt in den letzten Jahren gemacht und welche Herausforderungen sehen Sie heute noch in Deutschland? 
    Es gibt zweifellos mehr Offenheit im Umgang mit LGBT-Themen in der Arbeitswelt insgesamt und insbesondere auch unter Führungskräften. Viele Unternehmen haben den Bereich „sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität“ als weitere Säule in ihre Diversity Strategie im Verlauf der letzten zehn Jahre aufgenommen, falls sie vorher noch nicht berücksichtigt wurde. Und auch am Arbeitsplatz selbst ist das Verständnis für die Relevanz der Thematik gewachsen. Trotz der großen Fortschritte gibt es teilweise immer noch viel Unwissen, was immer auch mal wieder zu Berührungsängsten führen kann.
     
  3. Wie ist man bei Sodexo mit Ihrer Transidentität umgegangen?
    Vom ersten Tag an gab es kaum Probleme mit meiner Transidentität, weder auf Kundenseite noch innerhalb des Kollegenkreises. Ich hatte mich damals noch mit meinen männlichen Papieren beworben, aber trotzdem bereits als die Frau, die ich bin – und diese Bewerbung hatte auch Erfolg. Natürlich gibt es auch in unserem Unternehmen noch viel Unwissenheit, gerade zum Thema Transidentität. Sodexo schafft den Rahmen dafür, dass sich sowohl Betroffene, als auch Kolleg_innen und Vorgesetzte aktiv und ohne Angst vor Zurückweisung mit dem Thema auseinandersetzen können.
     
  4. Welche Verantwortung bringt die Nennung auf einer solchen Rangliste mit sich?
    Zuerst einmal ist es eine große Freude und eine besondere Ehre, auf dieser Liste genannt zu sein! Es zeigt, dass man nicht unbemerkt bleibt mit seinen Bemühungen rund um das Thema Inklusion. Gleichzeitig nimmt es einen aber auch in die Pflicht, nicht nachzulassen und sich weiter zu engagieren. Gerade die aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklung in Deutschland zeigt, wie wichtig es ist, auch weiterhin gehört zu werden und niemals nachzulassen in seinen Bemühungen. 
     
  5. Was raten Sie Menschen in Führungspositionen, die heute noch zögern, offen über das Thema zu sprechen? 
    Das Verstecken auf der Arbeit fordert sehr viel Kraft, Zeit und Energie. Investieren Sie diese Kraft doch lieber in Ihre Kolleg_innen und Mitarbeiter_innen, die von eine_r in sich ruhenden und ausgeglichenen Führungspersönlichkeit sehr viel mehr profitieren, als das bei eine_r ungeouteten Führungskraft der Fall sein wird. Es gibt heute sehr viele Netzwerke, die bei einem Outing im professionellen Umfeld unterstützen. Nutzen Sie diese! Alle anderen Kollegen_innen sollten sich immer wieder bewusst machen, dass sich niemand seine sexuelle Orientierung oder seine geschlechtliche Identität aussucht. Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn man Sie zum Beispiel nur wegen Ihrer Augenfarbe ausgrenzen oder ungleich behandeln würde. Machen Sie sich stark, wenn Sie homophobe oder transphobe Äußerungen hören, egal ob im privaten oder im beruflichen Umfeld!

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